Handgemacht

Der Eisenplastiker Roger Bertsch beschäftigt sich, vielleicht auch inspiriert durch den Bildhauer Giuseppe Romagnoli, dessen Welttelegraphen-Denkmal er unlängst renovierte, mit einem besonderen Körperteil: Der menschlichen Hand. Menschlich wirkt denn auch, auf den ersten Blick, diese neue Ausstellung. Die Hand, die uns vielleicht erst zum Menschen macht, findet Bertsch sowohl im entfernten Patagonien in uralten Felsmalereien, die er kongenial in seiner bewährten Technik mit glühendem Eisen in Holz brennt, als auch in nächster Nähe und der Gegenwart. Denn Kernstück von HAND GEMACHT ist eine Installation mit 21 in Eisen gegossenen Händepaaren von 21 Menschen, jung und alt, aus des Künstlers Umgebung und Leben. In einer wöchigen Aktion entstanden während vielen Gesprächen und in aufwändigem Prozedere die notwendigen Sandgussformen. Manchem Modell wurde wohl erst jetzt klar wie wenig bewusst wir unsere Hände im Alltag einsetzen. Nicht so der Künstler, der mit sichtlicher Begeisterung die vielen Hände arrangiert, Handhaltungen diskutiert, wieder verworfen und letztendlich zusammen mit den Modellen eine Lösung gefunden hat. Hat Bertsch bei seinen Holzbildern dem geschmeidigen Eisen einen zeichnenden Gegenpol entgegengesetzt, präsentiert er uns die formal menschlichen Eisenhände, mit dem ihm eigenen Gespür für Material und Dimension, auf rohen Betonsockeln.